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Leipziger Volkszeitung

03.06.11 Ausgabe Delitzsch-Eilenburg

Röberstift erwacht zum Leben

Richtfest am ehemaligen Bürgerasyl – Umbau soll bis Oktober fertig sein

Von KATHRIN KABELITZ

Eilenburg. Eilenburg hat wieder mal Glück gehabt. Die Einschätzung stammt von Oberbürgermeister Hubertus Wacker (parteilos), dem angesichts des Baugeschehens im Röberstift eine Last von den Schultern fällt. Die Dauerkritik angesichts des maroden Gebäudes ist verstummt. Zwei junge Familien haben sich als potente Bauherren gefun­den, die seit Februar das geschichts­trächtige Haus sanieren lassen. Der erst Ende Dezember gestellte Bauantrag passierte innerhalb kürzester Zeit die Verwaltung. Am Mittwoch war Richtfest.

Entsprechend gut war die Stimmung, trotz der grauen Wolken am Himmel. „Es ist wunderschön zu sehen, wie das Röberstift aus seinem Dornrös­chenschlaf erwacht“, sagte Bernd Zangemeister. Der Leipziger Ingenieur ist Experte für die Sanierung denkmalgeschützter Häuser, Planung und Baube­treuung und machte Sören Kokot und Christian Röber, die gemeinsam mit ihren Ehefrauen Kathrin und Annett als Bauherren fungieren, Mut für das Projekt.

Jahrelang stand das Haus leer, rückten es Schlagzeilen wie Verfall, Vandalismus oder Brand in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Doch es tut sich sichtbar etwas. „Wer den baulichen Zustand im Winter gesehen hat, weiß, wie viel Fleiß hier schon drinsteckt“, sagte Christian Röber, der an die Geschichte des Objektes erinnerte, das am 15. Mai 1907 als städtisches Bürgerasyl seiner Bestim­mung übergeben wurde, später als Stadtarchiv diente und teilweise bis 1998 bewohnt war.

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Bis Oktober sollen 23 barrierefrei ausgebaute Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen entstehen. Diese sind zwischen 40 und 65 Quadratmeter groß, haben zwei, im Dachgeschoss drei Räume, alle mit Bal­kon. Exklusiver Mittelpunkt ist der 137 Quadratmeter große Gemeinschaftsraum mit Kamin und Original-Täfelung, an den sich eine große Terrasse an­schließt. Mit den Mietern zieht auch ein Pflegedienst ein, der für einen 24-Stunden-Dienst an medizini­scher und sozialer Betreuung sorgt.

Was gelingen soll, ist die Mischung zwischen Mo­derne und Historie, im „schönsten Teil von Eilen­burg“, so Wacker. Das letzte, bisher nicht sanierte und unter Denkmalschutz stehende Gebäude in diesem Gebiet im Stadtzentrum, wird zu einem Niedrigenergiehaus mit Erdwärmeheizung um­gebaut werden. Im Oktober können die ersten Woh­nungen bezogen werden, bis zum August 2012 soll auch die parkähnliche Außenfläche fertig sein.

Bildunterschrift:

Blick nach oben: Der Richtkranz schwebt über dem Röberstift. Bis Oktober entstehen hier 23 barrierefrei ausgebaute Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen.

Foto: Kathrin Kabelitz