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Leipziger Volkszeitung

07.01.11 Ausgabe Delitzsch-Eilenburg

Umbau und Sanierung: Neuer Glanz für alten Röberstift

Altersgerecht und barrierefrei: 23 Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen entstehen

Leipziger Volkszeitung

Von KATHRIN KABELITZ

Eilenburg. Es tut sich was am Röberstift. Klingt nicht unbedingt spektakulär, ist es aber gewisser­maßen doch. Denn die Geschichte des 1907 als Bürgerasyl errichteten Gebäudes hat in den vergangenen Jahren für einiges Aufsehen ge­sorgt, weil sich eben nicht tat, was immer wieder verkündet wurde. In diesen Tagen beginnt, was im Oktober seinen Abschluss finden soll – das Haus wird saniert, 23 altersgerechte Zwei- bis Drei­raum-Wohnungen entstehen.

Dass mit dem Schenkenberger Sören Kokot ein Ex-Eilenburger und mit dem Zschölkauer Christian Röber zufälligerweise ein Namensvetter des einstigen Bankiers Ferdinand Röber Bauherren fungieren, können die Muldestädter nach dem Hickhack der vergangenen Jahre nur als positives Vorzeichen werten. Nachdem sich lange Zeit keine Investoren fanden, gab es im Jahr 2000 das Vorhaben des nordrheinwestfälischen Bauträgers Ibac, insgesamt 46 Wohnungen zu bauen. Aus den Plänen wurde nichts, aus weiteren in den Folge­jahren auch nichts. Der Röberstift machte dennoch von sich reden. Vandalismus, Brand und der nicht zu übersehende Verfall brachten den späteren Sitz des Stadtarchivs immer wieder in die Schlagzeilen.

Das Geschehen war auch Sören Kokot nicht verborgen geblieben. Der 41-jährige Ex-CDU-Stadtrat arbeitet seit Jahren im Hausverwaltungs- und Dienstleistungsgeschäft, baut und betreut Objekte mit altersgerechtem Wohnen. Die sich 2008 bietende Chance, den Stift zu betreiben, scheiterte am fehlenden Käufer, eigene Kauf­absichten an der nicht umsetzbaren Finanzierung des Vorprojektes, in diesem Zusammenhang wiederum gab es Probleme mit dem Denkmal­schutz. Danach wurde alles neu überplant.

Röberstift, Ansicht West, zangemeister ingenieurbüro

Und jetzt soll es der Familien-Betrieb Kokot-Röber richten. Neben den Herren sitzen auch deren Ehe­frauen Kathrin und Annett mit im Boot. Seit dem 28. Dezember liegt der Bauantrag im Rathaus vor, erste vorbereitende Arbeiten beginnen in diesen Tagen. „Es ist ein richtig schönes Gebäude in einem bereits fertig sanierten Gebiet. Wir wollen Wohn­kultur schaffen im Rahmen eines barrierefreien Wohnens mit entsprechender Betreuung“, um­schreibt Röber (43). Das Haus soll weitgehend in dem Stil, wie 1907 erbaut, wiedererrichtet werden. Die Wohnungen sind zwischen 40 und 65 Quadrat­meter groß, haben zwei, im Dachgeschoss drei Räume, alle mit Balkon. Attraktiver Mittelpunkt dürfte der 137 Quadratmeter große Gemeinschaftsraum mit Kamin und noch vorhandener Original-Täfelung werden, an den sich eine große Terrasse an­schließt. Die Mietkosten bewegen sich zwischen 400 und 800 Euro. „Das ist inklusive Betreuungs­pauschale, Nutzung der Außenanlagen, Wasch- und Trockenträume“, so Kokot. Beheizt wird mit Erdwärme, aufgrund dieser neuesten Technologien sollen sich die Heizkosten bei 30 Cent pro Quadratmeter pro Monat bewegen. So wird die Fußbodenheizung im Winter für Wärme und im Sommer für Kühlung sorgen.

Das Angebot ist für alle gedacht, die Interesse an barrierefreiem Wohnungen haben. „Wir gehen davon aus, dass der Bedarf aufgrund der demo­graphischen Entwicklung steigt. Wir wollen aber mit dem Projekt keine Konkurrenz, sondern eine Angebots-Ergänzung schaffen“, betont Christian Röber. Erste Interessenten haben sich bereits gemeldet. Laut Betreuungskonzept sind alle Wohnungen mit Notschaltern ausgerüstet, mit denen im Ernstfall Hilfe angefordert werden kann. Hauswirtschafterinnen und Pflegefachkräfte sind vor Ort, insgesamt sollen so sechs Stellen geschaffen werden. Am 1. Oktober ist Baufertigstellung geplant.

Grafik: zangemeister ingenieurbüro