07.01.11 Ausgabe Borna-Geithain
Rötha: Die Raphaelis GmbH schafft in der Bahnhofstraße eine Anlage für betreutes Wohnen
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Rötha. Der Entwurf auf dem Papier lässt die frühere Pracht des Hauses in der Bahnhofstraße 6 in Rötha erahnen. Schon im Sommer sollen die Umzugswagen der künftigen Mieter rollen. Die Raphaelis GmbH errichtet in der 1907 erbauten Immobilie in unmittelbarer Nähe des Marktes 15 Wohnungen für betreutes Wohnen. Geschäftsführer Sören Kokot (41) kalkuliert mit einer Investition von einer Million Euro. Ein solches Angebot für betagte Bürger fehlt bislang in der Kleinstadt. Im Stadtrat stieß der Bauantrag auf Wohlwollen. Von SASKIA GRÄTZ Der Sanierungsplan für das denkmalgeschützte Haus steht – ungeachtet nicht vorhersehbarer Wetterunbilden. Ab der nächsten Woche sollen die Arbeiten an der Außenfassade beginnen, kündigt Bauherr Kokot an. Die Fassade werde abgestrahlt, schadhafte Stellen würden ausgebessert. Sie gelte, erzählt der Eigentümer, als die zweitschönste im Landkreis. In Abstimmung mit dem Denkmalschutz wird das Gebäude originalgetreu hergerichtet. Es bekommt neue Fenster, Giebelwand und Rückansicht werden mit einer Wärmedämmung versehen. Nach dem kompletten Umbau werden die Mieter die Vorzüge eines Niedrigenergiehauses genießen können. Die 32 bis 55 Quadratmeter großen Wohnungen werden mit Fußbodenheizung ausgestattet. Eine Erdwärmepumpe sorgt für günstige Heiz- und Warmwasserkosten – im Winter für bezahlbare Wärme, im Sommer wirkt sie ähnlich einer Klimaanlage. „Wir setzen Nebenkosten von 1,50 Euro an“, sagt Carolin Slowikowski, die als Mitarbeiterin der I.V.K. Immobilien für die komplette Vermietung des Objekts zuständig ist. Zwei Mietverträge habe sie bereits abgeschlossen, weitere Anfragen gebe es. Ab 1. Juli soll das Haus zur Verfügung stehen. Im Vorjahr sammelte die Firma Raphaelis mit einem gleichartigen Projekt in der Berthastraße in Leipzig Erfahrungen. Die Sanierung in Rötha erfolge nach dem selben Standard. Die altengerechten Wohnungen werden barrierefrei sein. Die Badezimmer beispielsweise werden mit ebenerdiger Dusche ausgestattet – ideal für alte Leute, die auf einen Rollator angewiesen sind. Rollstuhlfahrer können auf unterfahrbare Waschbecken zurückgreifen. Im Gebäude wird es mit Ausnahme des Treppenhauses keine Stufen geben, ein Aufzug führt vom Keller bis ins Dachgeschoss. |
![]() Ein Gemeinschaftsraum mit Terrasse kann von allen Bewohnern genutzt werden, ebenso ein circa 500 Quadratmeter großer Garten, der mit Sitzecke, Pavillon und Grillplatz ausgestattet wird. Die Vermietung der Wohnungen ist übrigens nicht an eine Pflegestufe gebunden, erläutert Immobilienkauffrau Slowikowski. „Der Einzug bei uns ist bis zur Pflegestufe 3 möglich. In der Miete ist eine Betreuungspauschale enthalten.“ Letztere wird erhoben, um die tägliche Präsenz von Fachkräften, eine Notrufbereitschaft von 24 Stunden pro Tag, Gewährung von erster Hilfe im Notfall oder die Vermittlung von Ärzten und anderes zu ermöglichen. „Für diese Leistungen werden wir neue Stellen schaffen. Vier bis sechs Mitarbeiter, Pflegefachkräfte und Hauswirtschafter, werden benötigt“, so der Chef, ein gebürtiger Leipziger. Zum 1. November 2009 übernahm die Raphaelis GmbH mit Sitz in Leipzig die Kurzzeit- und Tagespflege in der Dürerstraße. Das Haus in der Bahnhofstraße stand viele Jahre leer und war bis jetzt dem Verfall preis gegeben. „Wir sind froh, dass dort etwas passiert“, sagt Röthas Bürgermeister Ditmar Haym. Bildunterschriften: Entwurf nach Vorgaben des Denkmalschutzes: Das 1907 erbaute Haus wird original hergerichtet. Momentan eingerüstet: Die Entkernung des Gebäudes in der Bahnhofstraße 6 ist fast abgeschlossen. |